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AK Schule & Bildung

CDU intern – 3/4 2015 – Freiburg

Bildungspolitik in Baden-Württemberg – wohin geht die Reise ?

Im Landtagswahlkampf 2016 wird die Bildungspolitik in Baden-Württemberg eine zentrale Rolle spielen. Die ersten Äußerungen des Spitzenkandidaten der CDU, Guido Wolf, geben die Richtung klar vor: Es wird nicht alles zurück gedreht oder gar „auf Null“ gestellt. Aber die CDU Baden-Württemberg wird die grundlegenden Begriffe, die eine gute Bildung für alle garantieren, wieder in den Mittelpunkt rücken.

Die hohe Qualität der schulischen Bildung und aussagekräftige Abschlüsse müssen gesichert werden. Ein differenziertes Angebot bietet die bestmögliche Bildung für die unterschiedlichen Neigungen und Begabungen aller Schülerinnen und Schüler. Dies muss begleitet werden durch eine größere Individualisierung in der Begleitung und Unterstützung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers.

Wir brauchen und wollen gute Schulen. Sie müssen funktionsfähig sein, ein gutes Angebot haben und die Schülerinnen und Schüler müssen gerne hingehen. Das Angebot muss im Rahmen einer regionalen Schulentwicklung endlich über Gemeinde- und Kreisgrenzen hinweg zukunftsfähig strukturiert werden. Und die einzelnen Schulen brauchen noch mehr Unterstützung bei der Ausgestaltung der Arbeit an der jeweiligen Schule. Die Idee einer inneren Schulentwicklung, die unter der CDU-Verantwortung vor 20 Jahren gestartet und mit der Einführung der neuen Bildungspläne vor 10 Jahren auch strukturell fortgesetzt wurde, ist ein taugliches Konzept. Viele Schulen haben großartige Profile und Schulcurricula entwickelt. In der Regel sind bei solchen Entwicklungsprozessen alle am Schulleben Beteiligte eingebunden.

Die Erwartungen und Herausforderungen an die Bildungseinrichtungen, vor allem an die Schulen, sind groß und vielschichtig. Exemplarisch seien nur genannt der Fachkräftemangel, der demografische Wandel, der gesellschaftliche Wandel und der Wunsch und die Notwendigkeit nach mehr Ganztagesbetreuung. Die Anforderungen an die einzelnen Schulen werden komplexer. Es muss deshalb dringend über multiprofessionelle Teams, auch in der Schulleitung, nachgedacht werden.

Die Schulstrukturfrage in Baden-Württemberg darf als entschieden angesehen werden. Es geht ganz im Sinne des Beschlusses der CDU beim Bundesparteitag 2011 eindeutig in Richtung eines Zwei-Säulen-Modells. Auf die Ausgestaltung der Säule neben dem Gymnasium kommt es jetzt an. Es muss ein differenziertes Angebot sein, das von Schülern, Eltern und Lehrer angenommen wird. Die Schüler müssen gezielt auf den von der Kultusministerkonferenz gesetzten Hauptschulabschluss bzw. mittleren Bildungsabschluss hingeführt werden.

Wichtig wird auch sein, dass wieder grundlegende Begriffe wie Bildung, Leistung und Verantwortung in der Diskussion eine größere Rolle spielen. Insbesondere muss der Stellenwert der dualen Bildung und der akademischen Bildung sowohl im Hinblick auf die Persönlichkeitsbildung wie auch die berufliche Verwertbarkeit beleuchtet werden. Auf die Diskussionen in den Fachausschüsse und in der gesamten CDU in den nächsten Wochen und Monaten können wir gespannt sein.

Peter Kleefass

Vorsitzender AK Schule und Bildung

CDU intern – 5 2015 – Freiburg

Gute Schulen für Baden-Württemberg

- was läuft gut, was läuft nicht gut an unseren Schulen?

Wer achtet eigentlich auf das Kindeswohl nach Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung? Wie kann man es am wirksamsten schützen? Wie muss ein differenziertes Schulsystem aussehen, in dem die Schüler optimal gefördert werden? Deren Schulen gut vermitteln können, dass hier Kinder in ihren Lebenschancen gefördert und nicht ausgegrenzt werden? Ist zum Beispiel die schrittweise Abschaffung der Sonderschulen unter Grün-Rot und die Verteilung aller Schüler mit Förderbedarf an die Regelschulen ein sinnvoller Weg dorthin?

Diese und viele weitere spannende Fragen wurden am 8.Oktober in der Aula der Hebelschule mit den Landtagskandidaten für Freiburg, Dr. Klaus Schüle und Johannes Baumgärtner, diskutiert. Eingeladen hatten der Arbeitskreis Bildung und der Kreisverband Freiburg, vertreten von Hauke Bestmann und Peter Kleefass, zum Thema "Gute Schulen für Baden-Württemberg. Was läuft gut und was läuft nicht gut an unseren Schulen?". Das überaus sachkundige Publikum diskutierte intensiv über alle aktuell brennenden bildungspolitischen Fragen. Dafür wurden zunächst die Anliegen der Gäste gesammelt. Nach einer Vorstellung der Eckpunkte des geplanten Parteiprogramms für die Landtagswahl durch Peter Kleefass kamen dann die Landtagskandidaten zu Wort, die ihre bildungspolitischen Positionen vorstellten und dann in die Diskussion mit den Gästen eintraten.

Deutlich wurde an diesem Abend, dass es ganz sicher einer starken, tragfähigen zweiten Säule neben dem Gymnasium bedarf, die stärker praxisorientierte Inhalte vermittelt - Arbeitstitel "Realschule Baden-Württemberg". Dies müsste auch bedeuten, dass das Gymnasium sein Profil ebenfalls schärft, zum Beispiel auch dadurch, dass man keine neuen G9-Gymnasien aufbaut, die in Zeiten der freien Elternwahl Gefahr laufen, die gefühlte Trennlinie zwischen den Schularten zu verwässern und somit auch zielgerichtete Beratung von Eltern und Schülern eher erschweren. Es wurde auch klar, dass Sonderpädagogen bei der zunehmenden Auflösung der Sonderschulen und der Verteilung förderbedürftiger Schüler auf Regelschulen nach dem Gießkannenprinzip nicht effizient arbeiten können und dadurch die Qualität der sonderpädagogischen Betreuung leidet. Dass die CDU aber guten pädagogischen Konzepten den Vorrang gibt vor Fragen der Schulstruktur, wurde daran deutlich, dass geplant ist, schon bestehende Gemeinschaftsschulen auch nach einem möglichen Regierungswechsel im Jahr 2016 zu erhalten und sie pädagogisch weiterzuentwickeln. Wichtig wäre dann auch, die unterschiedlichen Schularten wieder fair zu fördern und nicht, wie jetzt, die Gemeinschaftsschulen einseitig finanziell zu bevorzugen während andere Schularten ausbluten.

Die vorgetragenen Anliegen sollen im Rahmen des Arbeitskreises Bildung für die weitere bildungspolitische Ausschussarbeit genutzt werden. Für die Landtagsabgeordneten Schüle und Baumgärtner war es ganz sicher ein Abend, an dem sie nicht nur ihre bildungspolitischen Positionen diskutieren, sondern auch viele Eindrücke aus der praktischen pädagogischen Arbeit mitnehmen konnten. Wichtige Bausteine für den angestrebten politischen Wechsel im Jahr 2016, auf den wir hinarbeiten!

Hauke Bestmann

Vorsitzender AK Schule und Bildung

 

 

Bilder: "Gute Bildung für Baden-Württemberg"

 

Bildung 1 Bildung 2

 

Bildung 3 Bildung 4

 

Fachgespräch mit Georg Wacker, MdL am 02.02.2016 in der Gertrud-Luckner-Gewerbeschule

 

Bildung 5

Gastvortrag Ludwig Spänle am 19.02.2016 in der Hebelschule:

 

Bildung 6

 

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